Frau sitzt am Computer

Sitzen ist das neue Rauchen

„Sitzen ist das neue Rauchen“ seit einiger Zeit ist dieser Satz in vieler Munde, Physiotherapeuten, Masseure und auch Ärzte sind sich einig. 

Ja es hat was, nicht die Überanstrengung oder einseitige Belastung macht unser Kreuz kaputt, sondern ein schwaches muskuläres Stützkorsett, das viele Sitzen und eine einseitige Haltung beschert uns die Kreuzschmerzen und diverse Fehlhaltungen. Auch mich hats erwischt, mit so ca. 25% anderen, leider merkt man seine Sünden erst im Alter:-) 

 Der menschliche Körper ist halt nicht dafür geschaffen so viel zu sitzen, unsere Vorfahren waren schließlich jeden Tag im Schnitt 30 km unterwegs, wir bewegen uns heute gerade einmal 20 Minuten. Viele unserer heutigen Jobs bestehen hauptsächlich aus sitzenden Tätigkeiten, auch jetzt in Zeiten des Homeoffice ist der Arbeitsplatz oft nicht wirklich optimal.  Wir verbringen im Durchschnitt angeblich 9 Jahre im Sitzen 🙂 bis zum 70 Lebensjahr also sogar 21 Jahre, unglaublich. Wir sitzen im Auto oder U-Bahn, auf der Couch, im Büro, beim Essen, beim Lesen und und und….

Mit ein paar Veränderungen kann das Sitzen aber ein bisserl wenig belasten und die sitzende Arbeit ein wenig xsünder:-) werden. Den Tisch oder Sessel oder beides auf unsere Größe einstellen, ist unser Tisch zu hoch bekommen wir Verspannungen im Nacken und in der Schulter, ist er zu nieder meldet sich der Rücken irgendwann, um sich zu beschweren, optimal ist die Ellbogenhöhe am Tisch, ohne die Schulter zu heben. 

Zum PC-Bildschirm so ein Meter Abstand halten beim geraden Blick die Oberkante sehen, unbedingt einen guten Sessel besorgen bei den die Rückenlehne und Sitzhöhe eingestellt werden kann, 90 °Winkel von Knie und Rumpf und die Beine sollten untern Tisch Platz haben.

Und immer wieder Pausen vom Bildschirm und vom Sitzen, einfach mal die Haltung wechseln. Telefonieren im Gehen zum Beispiel aber auch Alltagsbewegungen entlasten uns, immerhin haben 28% von uns Österreichern schon mal Rückenschmerzen oder Gelenkschmerzen gehabt.

 Zwischendurch immer wieder durchstrecken oder die Schultern heben und senken, Becken kippen, Kopf kreisen, Körper zur Seite pendeln, einfach ein wenig bewegen, zumindest jede Stunde ein paar Mal, es gibt viele Möglichkeiten. Eine Studie, die ich letztens gelesen habe (= 2/3 der Diabetikererkrankungen könnten vermieden werden, wenn es Aufzüge erst ab den 3. Stock geben würde) hat mich dazu gebracht nicht mehr mit den Aufzug zu fahren, das war am Anfang ungewohnt, schlechte Gewohnheiten sind ja tief verwurzelt:-) und ich bin automatisch eingestiegen, aber mittlerweile ist es Gewohnheit geworden zu gehen.

Im Alltag versuche ich mittlerweile Bewegungen nebenbei einzubauen, Zähneputzen auf einem Bein, die linke Hand zum Föhnen verwenden (ich bin Rechtshänder), Zehen und Fersenstand abwechselnd bei der Kaffeemaschine usw.

Ich mache seit meiner Jugend Sport, aber die Tiefenmuskulatur war mir lange Zeit gar nicht bekannt, bis mich ein Physiotherapeut über den Zusammenhang von Rückenproblemen und diesen Muskelgruppen aufklärte. 

Sie verbinden den Dornfortsatz mit den Querfortsätzen, halten Bandscheiben am Platz, stabilisieren den Wirbelkörper indem sie sich vor jeder Bewegung anspannen und für mich ganz neu sie sind nicht durch normales Krafttraining aktivierbar, sondern durch Gleichgewichts- und Koordinationsübungen trainierbar. Interessant, deshalb habe ich wahrscheinlich meine Haltungsprobleme denn diese Art von Sport ging bei mir all die Jahrzehnte unter, aber es ist ja nie zu spät:-) auf gehts 🙂

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