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Vom Pferdeblut zum Schwein

Bei Island fällt mir automatisch wunderschöne, einsame, unberührte Natur, Islandponys und der Wunsch einmal hinzufahren ein, wenn da nicht ein Thema wäre:

70.000 Pferde leben auf der Insel, viele von ihnen in Freiheit, ca. 5000 Stuten in Blutfarmen.

Auf diesen Farmen wird Stuten über einen Zeitraum von bis zu zehn Wochen Blut entnommen. Das Blut enthält in der frühen Trächtigkeit das Hormon PMSG, das vor allem in der industriellen Ferkelproduktion zur Steigerung der Fruchtbarkeit und zur Synchronisierung von Geburten eingesetzt wird. 

Um die Pferde zweimal jährlich zu belegen, werden Fohlen abgetrieben indem die Fruchtblase der Muttertiere angeritzt wird.

Aus dem Blut wird das Trächtigkeitshormon PMSG extrahiert, welches in der industriellen Schweinezucht die Fruchtbarkeit erhöht und so alle Sauen gleichzeitig befruchtet werden können, was dazu führt, dass alle Ferkel zum gewünschten Termin zur Welt kommen und so am gleichen Tag zum Schweinemäster transportiert werden können, und so der Gewinn gesteigert wird.

Gesetzlich gesehen dürften einer 300 Kilo schweren Stute 2,5 Liter Blut abgenommen werden, mit einer Pause von zwei Wochen dazwischen, das würde zu einem Ertragsrückgang von bis zu 75 Prozent für die Blutfarmen führen.

Gentechnisch hergestellte Alternativen sind teurer und umständlicher in der Anwendung.

Island ist eins von weltweit fünf Ländern welches PMSG aus dem Blut tragender Stuten produziert.

Auch in Uruguay und Argentinien ist das Blut ein Millionengeschäft, das seit rund 40 Jahren hohe Profite abwirft.

Die halbwilden, trächtigen Stuten werden mit hupenden Autos, bellenden Hunden und Peitschen in Blutentnahmeboxen getrieben und mit einem Gurt über dem Rücken fixiert, damit sie sich nicht aufbäumen können. Ihr Kopf wird mit einem Seil hochgezogen und an einer Seite der Box befestigt. Dann wird eine großkalibrige Kanüle in die Halsvene eingeführt, und jeder Stute werden fünf Liter Blut entnommen.

Wöchentlich zwei Monate lang.

30 Prozent der Stuten scheiden jährlich aus, da sie entweder auf den Weiden an Mangelerkrankungen oder Anämie sterben oder an Schlachthöfe verkauft werden, wenn sie nicht mehr trächtig werden.

In Island wurde dem Parlament ein Gesetzentwurf vorgelegt, der ein Verbot der Blutentnahmen von trächtigen Stuten fordert. Der Gesetzentwurf wird derzeit von einem parlamentarischen Ausschuss bis Sommer 2022 geprüft.

Hoffen wir das Beste.

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